Neues vom Hormonorchester

Regina Fischer

Du ernährst Dich eigentlich gesund, machst Sport und trotzdem nimmst Du zu?

Stoffwechseljahre

Warum Dein Körper plötzlich anders reagiert und was Dein Hormonorchester damit zu tun hat

Du ernährst Dich eigentlich gesund, machst Sport und trotzdem nimmst Du zu?
Du schläfst schlechter, bist schneller erschöpft, hast plötzlich Heißhunger oder das Gefühl, Dein Körper macht einfach nicht mehr das, was früher funktioniert hat?

Vielleicht fragst Du Dich:

„Sind das jetzt einfach die Wechseljahre und muss ich mich damit abfinden?“

Nein. Denn hinter vielen Veränderungen steckt weit mehr als nur „zu wenig Östrogen“.

Unser Hormonsystem ist vielmehr wie ein fein abgestimmtes Orchester. Östrogen, Progesteron, Cortisol, Insulin, Schilddrüsenhormone und viele weitere Botenstoffe spielen zusammen und beeinflussen sich gegenseitig.

Gerät ein Teil dieses Systems aus dem Takt, kann sich das an ganz unterschiedlichen Stellen bemerkbar machen.

Und genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Dein Körper hat nicht plötzlich vergessen, wie Stoffwechsel geht

Die hormonelle Veränderung beginnt bei vielen Frauen bereits um das 40. Lebensjahr. Progesteron kann schon Jahre vor der letzten Periode sinken, während der Östrogenspiegel stärker schwanken kann.

Gleichzeitig verändert sich seit vielen Jahren unser aller Leben und der moderner Alltag kommt noch dazu.

Stress ist dabei einer der wichtigsten Dirigenten Deines Hormonorchesters.

Denn Stress ist nicht nur ein Gefühl im Kopf. Er löst eine körperliche und hormonelle Reaktion aus. Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol helfen Deinem Körper dabei, auf eine vermeintliche Gefahr zu reagieren.

Kurzfristig ist das sinnvoll und sogar überlebenswichtig.

Problematisch kann es werden, wenn aus kurzfristigem Stress ein Dauerzustand wird. Denn dann kann die Stressreaktion auch andere hormonelle Steuerungen beeinflussen.

Das Problem dabei?

Unser Körper unterscheidet nicht unbedingt zwischen einem Säbelzahntiger vor dem Höhleneingang und den „Säbelzahntigern“ unserer modernen Welt.

Der Chef. Der Verkehr. Das ständig klingelnde Handy. Social Media. Familiäre Sorgen. Permanente Erreichbarkeit. Zeitdruck. Finanzielle Sorgen. Das Gefühl, für alles verantwortlich zu sein. Oder unser ganz persönlicher innerer Stress.

Der Säbelzahntiger hat sich verändert aber unsere Stressreaktion ist in der Steinzeit steckengeblieben.

Und was hat Stress mit Deinem Gewicht und Stoffwechsel zu tun?

Eine ganze Menge.

Dauerstress, Cortisol, Insulin und Stoffwechsel sind eng miteinander verbunden.

Wenn Dein Körper dauerhaft das Signal bekommt: „Achtung, Gefahr!“, setzt er andere Prioritäten als in entspannten Zeiten.

Denn für Deinen Körper geht es in diesem Moment nicht darum, ob Du in Deine Lieblingsjeans passt.

Es geht ums Überleben.

Stress mobilisiert Energie. Der Blutzucker wird beeinflusst, die Verdauung kann verlangsamt werden und der Körper stellt Energie für eine mögliche Flucht- oder Kampfreaktion bereit.

Auch die Leber spielt dabei eine wichtige Rolle.

Das kann mit erklären, warum Strategien, die früher vielleicht problemlos funktioniert haben, plötzlich nicht mehr zum gewünschten Ergebnis führen.

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Und warum kann es gerade in sehr stressigen Lebensphasen sinnvoll sein, nicht einfach mit noch weniger Essen, strengeren Diäten, exzessivem Sport oder ständigem Fasten zu reagieren?

Es lohnt sich, den Stoffwechsel nicht isoliert zu betrachten.

Wenn Wechseljahre auf Dauerstress treffen

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Produktion unserer Sexualhormone. Und gleichzeitig kann unser Stresssystem seit Jahren oder sogar Jahrzehnten auf Hochtouren laufen.

Genau hier wird das Zusammenspiel unseres Hormonorchesters besonders interessant.

Denn Wechseljahresbeschwerden haben nicht automatisch nur mit einem niedrigen Östrogenspiegel zu tun.

Auch andere Faktoren können eine Rolle spielen:

  • Stress und Cortisol
  • Progesteron
  • schwankende Östrogenspiegel
  • Insulin und Blutzucker
  • Schilddrüsenhormone
  • Leber und Darm
  • Schlaf
  • Ernährung
  • Bewegung
  • Mikronährstoffversorgung
  • und nicht zuletzt unser Lebensstil und unsere persönlichen Stressfaktoren.

Deshalb kann es sinnvoll sein, nicht nur ein einzelnes Hormon oder ein einzelnes Symptom zu betrachten.

Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wie spielt Dein gesamtes Orchester zusammen?

Du bist Deinem Hormonchaos nicht hilflos ausgeliefert

Das ist vielleicht die wichtigste Botschaft:

Wenn Du verstehst, warum Dein Körper gerade so reagiert, kannst Du beginnen, anders mit ihm umzugehen.

·    Nicht mit noch mehr Druck.

·    Nicht mit der nächsten Crash-Diät.

·    Nicht mit noch mehr Sport und Selbstoptimierung.

·    Sondern indem Du lernst, Deinen Körper und seine Signale wieder besser zu verstehen.

Vielleicht braucht Dein Körper etwas ganz anderes

Viele Frauen reagieren auf Gewichtszunahme oder körperliche Veränderungen mit noch mehr Disziplin.

Weniger essen.
Mehr Sport.
Noch länger fasten.
Noch mehr funktionieren.

Doch manchmal braucht Dein Körper nicht weniger Essen und mehr Disziplin.

Vielleicht braucht er mehr Schlaf. Mehr Ruhe. Eine stabilere Ernährung. Eine andere Form von Bewegung. Weniger Druck. Mehr Verständnis für die hormonellen Veränderungen dieser Lebensphase.

Und vielleicht braucht er vor allem: weniger Säbelzahntiger.

Und je besser Du Dein eigenes Orchester kennenlernst, desto besser kannst Du verstehen, warum es manchmal aus dem Takt gerät.

Ganzheitlich. Natürlich. Nachhaltig.

Regina Fischer, Heilpraktikerin vom
 Hormondetektivbüro
 
Hormondetektivbuero.de