Darmgesund

Regina Fischer

Die Pille, die Schilddrüse und andere hormonelle Ursachen für Haarausfall

 Haarausfall bei Frauen kommt heute viel häufiger vor als früher. Neben Stress, Krankheiten oder Nährstoffmangel spielen oft Hormone eine wichtige Rolle. Besonders hormonelle Verhütungsmittel, hormonelle Erkrankungen oder Störungen im Hormonhaushalt können das Haarwachstum beeinflussen.
 
Hier sind einige hormonelle Ursachen für Haarausfall:
 
1. Hormonelle Verhütung (die Pille)
Bestimmte Gestagene in hormonellen Verhütungsmitteln wirken ähnlich wie Testosteron. Dadurch können sie die Haarfollikel verkleinern und das Haarwachstum beeinträchtigen.
Wenn du die Pille absetzt, kann es zunächst zu vorübergehend stärkerem Haarausfall kommen, meist etwa 2–3 Monate später. Das ist eine typische Reaktion des Körpers. Mit der Zeit kann sich das Haarwachstum wieder normalisieren.
 
2. PCOS, Testosteron und Insulinresistenz
Beim polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) ist der Testosteronspiegel oft erhöht oder der Körper reagiert empfindlicher darauf. Das kann zu Symptomen wie Akne, stärkerer Körperbehaarung und auch Haarausfall auf dem Kopf führen.
Häufig hängt PCOS mit Insulinresistenz zusammen. Aber auch die Insulinsresistenz oder ein beginnender Typ-2 Diabetes beeinflussen den Testosteronspiegel. 
 
3. Progesteronmangel
Progesteron kann den Haarfollikel vor der Wirkung von Testosteron schützen. Während einer Schwangerschaft steigt der Progesteronspiegel stark an, weshalb viele Frauen dann besonders dichtes Haar haben.
Wenn kein regelmäßiger Eisprung stattfindet, zum Beispiel bei PCOS, in den Wechseljahren ab ca 40 beginnend oder während der Einnahme hormoneller Verhütung, dann kann ein Progesteronmangel entstehen.
 
4. Schilddrüsenerkrankungen
Sowohl eine Unterfunktion als auch eine Überfunktion der Schilddrüse können Haarausfall verursachen. 
5. Östrogenmangel
Östrogen unterstützt das Haarwachstum. Wenn der Östrogenspiegel niedrig ist, können unter anderem dünner werdendes Haar, trockene Schleimhäute oder sehr schwache Menstruationen auftreten.
Ursachen können zum Beispiel auch niedriges Körpergewicht, Stress oder Essstörungen sein.
 
6. Zu viele Hormone
Auch das Gegenteil kann problematisch sein: zu hohe Hormonmengen durch Medikamente, Hormoneinnahme ohne regelmäßige Kontrolle der Werte oder Nahrungsergänzungsmittel (z. B. DHEA oder Pregnenolon) können ebenfalls Haarausfall auslösen.
 
Haarausfall erkennen und Ursachen finden
Haarausfall beginnt häufig erst einige Monate nach der eigentlichen Ursache. Deshalb ist es manchmal schwierig, den Auslöser zu finden.
 
Neben hormonellen Faktoren können auch andere Dinge eine Rolle spielen, zum Beispiel:
 

  •          Stress
  •          Krankheiten oder Operationen
  •          Mangel an Protein, Eisen oder Zink
  •          bestimmte Medikamente
     

Oft reicht es nicht aus, nur eine Ursache zu behandeln. Manchmal müssen mehrere Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden.
 
Geduld ist wichtig
Haare wachsen langsam. Selbst wenn die richtige Ursache gefunden und behandelt wird, kann es mindestens drei Monate dauern, bis sich eine Verbesserung zeigt – manchmal sogar länger als ein Jahr.
 
Der wichtigste Schritt ist daher, die zugrunde liegende Ursache zu finden und konsequent daran zu arbeiten. Und Geduld mitbringen.