Neues vom Hormonorchester

Regina Fischer

Deine Hormonachterbahn

Perimenopause: Warum Deine Hormone in den Wechseljahren Achterbahn


Viele Frauen glauben, dass die Hormone in den Wechseljahren einfach langsam weniger werden. Doch genau das ist ein Irrtum.

Die Perimenopause, also die Jahre vor der letzten Menstruation (beginnend ab ca 40 Jahren) ist keine Phase des gleichmäßigen Hormonabbaus. Vielmehr ist sie geprägt von starken Hormonschwankungen, die zahlreiche unterschiedliche Beschwerden auslösen können. Wenn Du Dich fragst, warum Du Dich an manchen Tagen voller Energie fühlst und kurze Zeit später unter Schlafstörungen, Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen leidest, bist Du damit nicht allein.


Warum entstehen in der Perimenopause so starke Hormonschwankungen?


Mit zunehmendem Alter findet der Eisprung immer seltener oder unregelmäßiger statt.

Ohne Eisprung wird kaum noch Progesteron gebildet. Aber dies ist das Hormon, das Dein Nervensystem beruhigen kann, Deinen Schlaf unterstützt und die Wirkung des Östrogens ausgleicht.

Bleibt der Eisprung aus, sinkt der Progesteronspiegel. Gleichzeitig kann chronischer Stress die Progesteronproduktion zusätzlich negativ beeinträchtigen. So entsteht ein hormonelles Ungleichgewicht, das viele typische Beschwerden der Wechseljahre verstärken kann.


Östrogen sinkt nicht einfach. Es fährt Achterbahn


Während Progesteron bei modernen, dauergestressten Frauen, häufig niedrig bleibt, verhält sich das Östrogen etwas wilder.

Die Eierstöcke lassen ja nicht kontinuierlich von Monat zu Monat nach. Vielmehr versuchen sie immer wieder, die nachlassende Fruchtbarkeit auszugleichen. Dadurch kann der Östrogenspiegel innerhalb weniger Wochen oder sogar Tage erheblich schwanken.

Hohe Werte wechseln sich mit starken Abfällen ab. Und du bist in einer echten hormonellen Achterbahnfahrt.

Genau diese Schwankungen erklären, warum sich viele Frauen in der Perimenopause plötzlich nicht mehr wiedererkennen.


Östrogendominanz: Die wilde Maus


In den Phasen mit hohen Östrogenwerten spricht man häufig von einer relativen Östrogendominanz. Nicht unbedingt, weil zu viel Östrogen vorhanden ist, sondern weil das ausgleichende Progesteron fehlt.

Typische Beschwerden können sein:

  • Reizbarkeit und emotionale Dünnhäutigkeit
  • innere Unruhe und Angstgefühle
  • Spannungsgefühle in den Brüsten
  • Wassereinlagerungen
  • Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräne


Wenn das Östrogen plötzlich absinkt


Fallen die Östrogenwerte stark ab, treten häufig die klassischen Wechseljahresbeschwerden auf:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • nächtliches Erwachen
  • Schlafstörungen
  • Erschöpfung
  • depressive Verstimmungen
  • Brain Fog und Konzentrationsprobleme
  • Gelenkschmerzen
  • Erhöhte Empfindlichkeit auf Histamin in der Ernährung
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Warum eine starre Hormontherapie oft nicht ausreicht


Die Perimenopause ist eine dynamische Phase. Deshalb gibt es selten eine einzige Lösung, die dauerhaft für alle Frauen funktioniert.

Was heute Deine Beschwerden lindert, kann wenige Wochen später möglicherweise nicht mehr optimal passen. Deshalb sollte eine Begleitung immer individuell erfolgen und sowohl Deine Symptome als auch Deine aktuelle Lebensphase berücksichtigen.


Ganzheitliche Begleitung in den Wechseljahren: Mehr als nur Hormone


Hormone können ein wichtiger Bestandteil einer Therapie sein. Sie sind jedoch nur ein Teil des gesamten Bildes.

Ebenso wichtig sind Maßnahmen, die Deinen Körper und Dein Nervensystem nachhaltig unterstützen:

  • gezieltes Stressmanagement
  • eine entzündungshemmende und nährstoffreiche Ernährung
  • regelmäßige Bewegung
  • Achtsamkeit und Resilienztraining
  • ausreichend Schlaf und Erholung

Gerade chronischer Stress kann hormonelle Beschwerden zusätzlich verstärken. Deshalb lohnt sich immer ein ganzheitlicher Blick auf Deine Gesundheit.


Wenn Du Dich in der Perimenopause manchmal fühlst, als würdest Du die Kontrolle über Deinen Körper verlieren, dann hat das einen biologischen Hintergrund.

Deine Hormone schwanken teilweise erheblich. Genau diese Veränderungen führen dazu, dass sich Beschwerden immer wieder verändern und oft nur schwer vorhersehbar sind.

Deshalb braucht es keine Behandlung nach Schema F, sondern eine individuelle Begleitung, die Deine Hormone, Deinen Lebensstil und Deine persönlichen Bedürfnisse gleichermaßen berücksichtigt.


Denn die Wechseljahre sind keine Krankheit. Sie sind eine Lebensphase, die Verständnis, Wissen und eine ganzheitliche Unterstützung verdient.


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